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Digitales Marketing

Modeerscheinung oder sinnvolles

Marketinginstrument?

 

 

 


Prof.Dr. Bodo Kluxen/ Nina Katharina Ruhwedel

Hochschule Rhein-Main Wiesbaden

Jan. 2014


 

Inhaltsverzeichnis                                                                                                              

Inhaltsverzeichnis............................................................................................................. 2

Abbildungsverzeichnis...................................................................................................... 3

1    Einleitung......................................................................................................................... 4

2    Entwicklung.................................................................................................................... 4

3    Analyse.............................................................................................................................. 5

3.1    Trends...................................................................................................................................................................... 5

3.2    Bewertungsmatrix und Auswertung......................................................................................................... 7

3.2.1    Bewertungsmatrix und Auswertung des Beispiels Bekleidungsunternehmen................ 7

3.2.2    Bewertungsmatrix und Auswertung des Beispiels Gastronomiebetrieb........................... 8

4    Handlungsempfehlung und Schlussfolgerung................................................ 10

5    Quellenverzeichnis.................................................................................................... 12


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bewertungsmatrix des Bekleidungs- und Handelsunternehmens.    7

Abbildung 2: Bewertungsmatrix des Gastronomiebetriebes.                                   9


 

1           Einleitung                                                                                                       

Digitales Marketing beschreibt alle Marketingaktivitäten, die im digitalen Bereich eingesetzt werden. Digitale Technologien, wie computerbasierte, stationäre und mobile Hilfsmittel und Systeme, bilden die Grundlage und sind zugleich Unterscheidungsmerkmale zum klassischen Marketing. Wie auch das klassische Marketing wird digitales Marketing in der Kommunikations-, Distributions- und Produktpolitik angewandt und beinhaltet die Planung, Durchführung und Kontrolle von Marketingaktivitäten. Dabei ist zwischen den Bereichen Online- und Offlinemarketing zu unterscheiden. Im Gegensatz zum Offline-Marketing kommen beim Online-Marketing internetbasierte Kanäle zum Einsatz. Ziele sind u.a. die Vermarktung und Förderung von Produkten, Leistungen und Marken, die den Verbraucher über digitale Kanäle erreichen sollen. Dem Kunden soll ermöglicht werden mit der Marke zu interagieren, weshalb digitale Medien meist eine Aktion vom Verbraucher benötigen, wie z.B. eine Registrierung.[1]

2           Entwicklung                                                                                                               

In den letzten fünf Jahren hat sich das digitale Marketing permanent weiterentwickelt.
E-Mails, Webseiten und das Internet entwickelten sich zu den wichtigsten Medien. Faktoren und Treiber für die Entwicklung sind der Ausbau der Internetnetze, die Digitalisierung der Medien, die Geräteentwicklung sowie das veränderte Kommunikationsverhalten und die Mediennutzung der Konsumenten. Unternehmen erkannten dies und verlagerten ihr Marketingbudget zunehmend in digitale Medien. Durch digitale Marketingmaßnahmen können Kunden gezielter, kostengünstig und individueller angesprochen sowie Markenbotschaften cross-medial verteilt werden. Marketing wird zunehmend komplexer und schwerer zu managen, da die Anzahl der zu bespielenden Medien stetig steigt. Klassische und digitale Medien werden dabei miteinander kombiniert und parallel genutzt. Die Herausforderung besteht darin, Kundenbedürfnisse schneller zu erkennen und zu befriedigen. Durch die Interaktion zwischen Unternehmen und Konsumenten, bei der Konsumenten in Entwicklungsprozesse eingebunden werden, kann diese Herausforderung bewältigt werden. Marketingstrategien in denen digitale Maßnahmen eingebunden sind, sind heute nahezu Pflicht, um auf möglichst vielen Kanälen mit den Kunden zu kommunizieren und um neue Kunden auf sich aufmerksam zu machen.[2] Expertenmeinungen zur Folge erfordert digitales Marketing einen eigenen neuen Ansatz, der mit einem gewandelten Kundenverständnis verbunden ist, da digitales Marketing nicht nur ein weiterer Kanal für Marketingmaßnahmen ist. Laut Tomczak müssen klassische Marketingmodelle überdacht werden, da die Digitalisierung das Marketing weiter verändern und dessen Bedeutung zukünftig steigern wird. Die „entkoppelten Kommunikation“ nimmt zu, was sich auf die Kundenbeziehung auswirken wird, da sich die Konsumenten bereits heute oftmals als „Owner of a brand“ sehen und die Wahrnehmung von Marken mitgestalten. Die Auseinandersetzung mit Social Media ist somit unerlässlich. Allerdings steigt dadurch auch die Notwendigkeit Marketingmaßnahmen zu messen. Unternehmen müssen die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden herausfiltern, auf diese reagieren und bei allen Marketingmaßnahmen und –Aktivitäten aus Konsumentensicht denken. Cross-mediale Kampagnen, verbunden mit interaktiver Kundenkommunikation sowie Multi-Channel-Vertrieb sind in Zukunft unerlässlich. Mehrkanalige Vertriebsstrategien müssen mit einer konsistenten Preisgestaltung entwickelt und implementieret werden, bei der alle Vertriebskanäle aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft sind, wozu ebenfalls der PoS zählt, da die Mitarbeiter die Gatekeeper für den Onlinehandel sind. Dem Onlinehandel prognostizieren Experten ein weiteres Wachstum, bei dem insbesondere die Chat-and-Shop-Möglichkeiten großes Potenzial hat.[3]

3           Analyse                                                                                                                        

Kern der Analyse bilden digitale Online-Marketingmaßnahmen der Kommunikationspolitik, die sich an den Verbraucher richten, vom Hersteller oder Handel initiiert werden und die Gewinnung von Neu- und Versuchskunden sowie Wiederkäufer, die Steigerung der Markenbekanntheit sowie dessen Goodwill zum Ziel haben. Diesen Zielen sind die Förderung des Verkaufes und darauf aufbauend die Absatzsteigerung übergeordnet. Folgende Maßnahmen sind als Beispiele für Online-Marketing-Trend zu betrachten, die bestehende Maßnahmen, wie Affiliate-, E-Mail- und Social Media Marketing ergänzen. Die neuen Maßnahmen wurden bereits vereinzelt erprobt, stehen aber u.a. auf Grund der technischen Entwicklungen noch am Anfang.

3.1    Trends

Bei Augmented Reality (AR) wird die reale Wahrnehmung durch virtuelle Zusatzinformationen, wie z.B. Texte, Bilder oder Videos, mittels Echtzeit-Interaktion erweitert. Bei Fußball- oder Skisprungübertragungen wird AR bereits genutzt, um Informationen einzublenden, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Durch technische Entwicklungen der mobilen Endgeräte werden AR-Anwendungen immer häufiger auch in der Mobilkommunikation bspw. bei der Navigation eingesetzt. BMW nutze AR bereits 2011 in Kombination mit einer Printanzeige in der „FAZ“ und forscht derzeit an den Einsatzmöglichkeiten in Fahrzeugen. Audi ermöglicht es den Nutzern Modelle in AR, mittels einer App, anzusehen und zu konfigurieren.[4]

Location-Based-Services (LBS) sind Dienste, die dem Nutzer standortbasierte und individualisierte Informationen zur Verfügung stellen. Angewandt werden diese Dienste heute u.a. in Navigationssystemen und Apps wie „Foursquare“. LBS können dabei helfen das CRM zu stärken und Informationen über das Kaufverhalten zu gewinnen. Check-In-Special oder Deals geben Anreize für den Einkauf in der nächsten Lokalität des jeweiligen Unternehmens. Durch Bewertungen und Empfehlungsfunktionen (eWOM) zum Ort und Angebot können Freunde des Nutzers aufmerksam gemacht werden.[5]

Als electronic Word-of-Mouth (eWOM) wird die Kommunikation zwischen den Konsumenten in Foren, sozialen Netzwerken oder Onlineshops bezeichnet, bei der Erfahrungen und Meinungen zu Produkten oder Dienstleistungen geteilt werden. Diese Art der Kommunikation hat einen großen Stellenwert und kann Kaufentscheidungen stark beeinflussen, da sie meist als authentisch, aber nicht kommerziell wahrgenommen wird. Um Marketing- und Vertriebsziele zu erreichen, werden dem Nutzer Gründe geliefert, damit eine elektronische Mundpropaganda entsteht.[6]

Als Schaufenster-Shop oder In-Store Schaufenster wird die Installation eines interaktiven Bildschirmes am PoS bezeichnet, der mit dem Onlineshop verknüpft ist. Auf diesem können sich die Kunden Produkte und Zusatzinformationen ansehen, diese in sozialen Netzwerken teilen und mit mobilen Endgeräten im Onlineshop bestellen. Die Bestellung wird dem Kunden meist direkt nach Hause geliefert. Händlern können so, unabhängig von Öffnungszeiten und Ladenfläche mehr Umsatz erzielen. Der „Adidas NEO-Shop“ sowie die US-Modekette „Kate Spade“ erproben dies derzeit in Testprojekten.[7]

3.2    Bewertungsmatrix und Auswertung

Die Bewertungsmatrix verdeutlicht, für welche Art von Unternehmen der jeweilige Trend sinnvoll eingesetzt werden kann. Beispielhaft wurden für die Bewertung ein global agierendes Bekleidungsunternehmen sowie ein lokal ansässiger Gastronomiebetrieb gewählt. Anschließend an die Bewertungsmatrix, bei der folgende Kriterien von Relevanz sind, werden die einzelnen Trends ausgewertet.

Streuverluste: Wie viele Personen der Zielgruppe können mit der Maßnahme erreicht werden?
Individualisierung: Inwieweit sind die Maßnahmeninhalte vom Nutzer individualisierbar?
Zielgruppenrelevanz: Welche Relevanz hat die Maßnahme für die Zielgruppe?
Störfaktor: Wird die Maßnahme von der Zielgruppe als störend empfunden?
Großer Nutzenmehrwert: Wie hoch ist der Mehrwert der dem Nutzer geboten wird?

Bewertet werden die Trends mittels einer Zahlenskala von eins (trifft nicht zu) bis vier (trifft voll und ganz zu). Je größer die Gesamtpunktzahl, desto geeigneter ist der Trend für das jeweilige Unternehmen.

3.2.1        Bewertungsmatrix und Auswertung für das Beispiels Bekleidungsunternehmen

Das Bekleidungs- und Handelsunternehmen bewegt sich im Premium-Lifestyle-Sektor des gehobenen Preissegments. Weltweit gibt es neben dem Vertrieb in Kaufhäusern über 1000 eigene Filialen. Die Hauptzielgruppe besteht aus Männern und Frauen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren.[8]

 

Trends

Kriterien

AR

LBS

eWOM

S.-Shop

Keine Streuverluste

4

4

2

2

Hohe Individualisierung

4

4

2

3

Hohe Zielgruppenrelevanz

3

3

2

2

Kein Störfaktor

4

4

4

4

Großer Nutzenmehrwert

4

3

2

3

Insgesamt

19

18

12

14

Abbildung 1: Bewertungsmatrix des Bekleidungs- und Handelsunternehmens.

Die Maßnahme AR (19 Punkte) wurde, gemessen an den Kriterien, als sinnvollste erachtet, gefolgt von LBS, dem Schaufenster-Shop und eWOM. Das Unternehmen kann AR zur Produktdarstellung und im Rahmen einer Navigationsapp nutzen. Streuverluste sowie ein Störfaktor entstehen nicht und der Individualisierungsfaktor ist hoch (jeweils 4P.), da der Nutzer bspw. bei der Verwendung einer Navigations-App sein gewünschtes Zielobjekt individuell bestimmt und gezielt danach sucht. Der Wert drei bei der Zielgruppenrelevanz ergibt sich in diesem Fall, da die Zielgruppe medien- und technikaffin ist und mobile Endgeräte sowie neue Medien regelmäßig verwendet, auch wenn nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle Personen der Zielgruppe diese nutzen. AR hat einen hohen Nutzenmehrwert, da die Suche nach Filialen unterstützt wird und ausgewählte Produkte, vorausgesetzt sie sind via AR verfügbar und werden dargestellt, von zuhause angesehen und variiert werden können. Location-Based-Services wurde insgesamt mit 18 Punkten bewertet. Da der Kunde individuell nach einer Filiale suchen kann, bestehen weder Streuverluste noch ein Störfaktor und der Individualisierungsfaktor ist sehr hoch. LBS sind auf Grund der Technik- und Medienaffinität eine gute Möglichkeit die Zielgruppe über diese Dienste zu erreichen. Der Nutzenmehrwert entsteht durch die Unterstützung bei der Suche nach Filialen, Zusatzinformationen durch Tipps und Bilder anderer Nutzer sowie Check-In-Specials oder Rabatt-Aktionen. Der Schaufenster-Shop erzielte 14 Punkten. Die Kriterien „keine Streuverluste“ und „hohe Zielgruppenrelevanz“ wurden mit einer zwei bewertet, da zu erwarten ist, dass nicht alle Passanten bei der Trendeinführung verstehen, dass es sich um ein interaktives Schaufenster handelt. Anzumerken ist, dass potentiellen Kunden auf Grund der Anprobe und Beratung ggf. bevorzugt im Laden  kaufen. Die Kriterien „hohe Individualisierung“ und „großer Nutzenmehrwert“ wurden jeweils mit „trifft zu“  bewertet, weil die Produkte gezielt angesehen und individuell variieret werden können. Der Trend bietet einen enormer Komfort, da die Auswahl nach Hause geliefert wird, wo sie in Ruhe anprobieren werden kann ohne auf freie Kabinen zuwarten oder mit vollen Einkaufstüten herumlaufen zu müssen. Der Trend eWOM erreichte 12 Punkten. Für ein Unternehmen aus dem Textilbereich ist dieser Trend weniger wichtig, jedoch wegen des direkten Kundenfeedbacks nicht irrelevant. Dennoch sind die Streuverluste verhältnismäßig hoch, da potenzielle Kunden bspw. nur durch Kommentare ihrer Freunde in sozialen Netzwerken aufmerksam werden oder in Foren gezielt nach der Marke suchen müssen. Insbesondere bei Textilien werden Produkte nach Passform, Stil und Qualität ausgewählt. Da in Foren Beiträge von Personen veröffentlicht werden, denen die Produkte aus individuellen Gründen nicht zusagen, kann nicht von einer allgemeinen Zielgruppenrelevanz und einem Mehrwert gesprochen werden, da es keine allgemeine Passformgarantie gibt. Durch die gezielte und individuelle Suche nach Bewertungen besteht kein Störfaktor.

3.2.2        Bewertungsmatrix und Auswertung des Beispiels Gastronomiebetrieb

Der Gastronomiebetrieb befindet sich in zentraler Lage von Wiesbaden, der die Gäste in einem hochwertigen Ambiente empfängt. Das Restaurant bietet seinen Gästen Speisen und Getränke auf hohem Qualitätsniveau. Das Publikum ist gemischt, jedoch werden eher besser Verdienende angesprochen.[9]

 

Trends

Kriterien

AR

LBS

eWOM

S.-Shop

Keine Streuverluste

2

3

3

1

Hohe Individualisierung

2

4

3

1

Hohe Zielgruppenrelevanz

3

3

4

1

Kein Störfaktor

4

4

3

4

Großer Nutzenmehrwert

4

4

4

1

Insgesamt

15

18

17

8

Abbildung 2: Bewertungsmatrix des Gastronomiebetriebes.

Eine eigene AR-App für ein kleines lokales Restaurant ist auf Grund des Leistungsangebotes und der damit verbunden Pflege der Inhalte nur bedingt sinnvoll. Die Listung des Betriebes in einer bestehenden AR-Navigationsapp, gekoppelt mit einem virtuellen Rundgang wäre ein attraktives Gimmick, um einen ersten Eindruck von der Location zu geben. Inhalte können individualisiert angezeigt werden, was wiederum stark mit dem Suchbegriff zusammenhängt und die Eigeninitiative des Nutzers durch die Verwendung einer AR-Navigationsapp voraussetzt, weshalb die Streuverluste diesbezüglich tendenziell hoch eingestuft werden. Erweitert werden könnte dies durch QR-Codes in Speise- und Getränkekarten, da visualisierte Angebote den Gast bei der Getränke- oder Speisewahl unterstützten, wodurch ein Mehrwert entsteht. Explizite Hinweise auf die AR-Funktion verringern die Streuverluste, jedoch müssen die Angebote visuell verfügbar sein, was bei wechselnden Angeboten einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Wegen der individualisierbaren Suchkriterien und dem Hinweis AR im Lokal zu nutzen, wird die Anzeige bzw. Anwendung nicht als störend empfunden.
Im Gegensatz zu AR wird der Trend Location-Based-Services besser bewertet. Der Hinweis auf das Lokal in LBS, gekoppelt mit Tipps, Bewertungen und ggf. Check-In-Spezials, steigern die Wahrscheinlichkeit eines Besuches, auch wenn der Nutzer das Restaurant nicht kennt. Nutzer die LBS verwenden können so in das Restaurant gelockt werden, weshalb die Streuverluste gering sind. Durch die Auswahl der Suchkriterien ist die Individualisierung hoch und der Störfaktor tendenziell gering. Auf Grund des Gamificationfaktors, der in vielen dieser Dienste integriert und bei Jüngeren beliebt ist, kann von einer hohen Zielgruppenrelevanz insbesondere beim jüngeren Publikum ausgegangen werden. Außerdem werden durch das „Einchecken“ andere Personen auf das Lokal aufmerksam.
eWOM hat für gastronomische Betriebe eine große Bedeutung, da positive Erfahrungsberichte neue Besucher aufmerksam macht. Diese können sich einen Eindruck über das Restaurant und das Angebote verschaffen, was einen hohen Mehrwert bedeutet. Schlechte Bewertungen können sich jedoch negativ auf die Gästezahlen auswirken, sie dienen dem Lokal aber zugleich als Feedback, um Angebote und Service zu optimieren. Bezogen auf die Streuverluste muss zwischen Bewertungs- bzw. Vergleichsportalen und sozialen Netzwerken unterschieden werden. Wird das Lokal in sozialen Netzwerken empfohlen, sieht das i.d.R. nur ein eingeschränkter Personenkreis. Bei Bewertungs- und Vergleichsportalen bedarf es der Eigeninitiative des Nutzers, indem gezielt nach Lokalen und deren Bewertungen gesucht wird. Der Störfaktor in sozialen Netzwerken kann bei permanenten Empfehlungen extrem hoch liegen, bei Bewertungs- und Vergleichsportalen besteht dieser auf Grund der gezielten Suche i.d.R. nicht. Auf Grund des Leistungsangebotes eines Gastronomiebetriebes ohne Lieferservice, der Wert auf klassischen Service verbunden mit der Gästebetreuung in einem hochwertigen Ambiente legt, ist ein Schaufenster-Shop beim derzeitigen Entwicklungsstand in diesem Fall nicht sinnvoll. Ein weiterer Grund sind die anfallenden Entwicklungs- und Installationskosten. Zudem ist diese Maßnahme eher zielgruppenirrelevant, da sie i.d.R. ein Restaurant aufsucht um dort zu konsumieren, was zugleich die hohen Streuverluste begründet. Ein Mehrwert wird dem Nutzer in diesem Fall nicht geboten.

4           Handlungsempfehlung und Schlussfolgerung                                                        

AR ist grundsätzlich für jedes Unternehmen einsetzbar. Unterschieden werden sollte jedoch zwischen einer unternehmenseigenen und einer AR-App Dritter. Letztere eignet sich insbesondere für Unternehmen mit kleinem Marketingbudget, da Entwicklungskosten umgangen werden können. Unternehmen mit größerem Budget können eigene AR-Apps entwickeln, um Kunden anzusprechen, Produkte zu bewerben und ihnen somit einen Mehrwert zu bieten. Die Einbettung in AR-Navigationsapps eignet sich grundsätzlich für jedes Unternehmen. AR ist somit eine Innovation, die sowohl die Navigation, als auch die Produktdarstellung revolutionieren kann. Es ist abzuwarten, wie sich der Trend in Zukunft entwickeln wird, insbesondere in Bezug auf die Nutzung seitens der Konsumenten.
LBS sind eine gute und meist kostengünstige Maßnahme, für große und kleine Unternehmen, da sie ohne aktiv zu werben auf sich aufmerksam machen und neue Kunden gewinnen können. Check-In-Specials und Deals können den Verkauf fördern, da sie einen Kaufanreiz bieten, auch wenn vorher keine Kaufabsicht besteht. Erkennen Unternehmen dies und wissen diese Dienste für ihr CRM einzusetzen, haben LBS in Zukunft großes Potenzial.
eWOM ermöglicht ein direktes Kundenfeedback, das genutzt werden sollte um Produkte und Prozesse zu optimieren sowie auf Kundenanfragen zu reagieren. Hilfreich ist dies für Unternehmen, die sich nicht oder nur schwer von der Konkurrenz abheben oder kein Budget für Werbemaßnahmen haben. Besondere Unternehmens- und Leistungsmerkmale können durch positive Bewertungen hervorgehoben werden, was Nutzer in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen kann. Schaufenster-Shops eignen sich für Unternehmen, die einen Showroom haben und Produkte vertreiben. Bei dienstleistenden Unternehmen ist dies stark vom Leistungsportfolio abhängig. Allerdings sind die Installation, die damit verbundene Infrastruktur und technische Abwicklung teils mit hohen Kosten verbunden. Ein wichtiges Kriterium das bei einem Schaufenster-Shop zu beachten ist, ist dass dieser an einem stark frequentierten Ort platziert sein sollte, um möglichst viele Personen aufmerksam zu machen.

Wie aus der Entwicklung des digitalen Marketing und der hier aufgezeigten Analyse hervorgeht, ist digitales Marketing nicht nur eine Modeerscheinung, sondern verändert die Marketing- und Medienlandschaft erheblich. Im Gegensatz zu klassischen Marketingmaßnahmen haben die Unternehmen sowohl in der Gestaltung einzelner Maßnahmen als auch in der Ansprache deutlich mehr Möglichkeiten neue Kunden zu gewinnen und bestehende zu binden. Die zuvor genannten Trends können dafür in Zukunft effektiv eingesetzt werden. Allerdings ist der Einsatz der jeweiligen Maßnahme abhängig vom Geschäftsmodell, der Zielgruppe und den Zielen, die das jeweilige Unternehmen verfolgt. Auf Grund dessen, dass z.B. AR und die Schaufenster-Shops derzeit in Testprojekten erprobt werden und die technische Entwicklung noch nicht ausgereift ist, ist abzuwarten welche Möglichkeiten in Zukunft umgesetzt werden und wie diese sich auf den Verkauf, das Kaufverhalten und das Marketing auswirken werden.

5           Quellenverzeichnis                                                                              

Absatzwirtschaft, (2013), Mit QR-Codes durch das Schaufenster shoppen, abgerufen am 08.07.2013 von: http://www.absatzwirtschaft.de/content/mit-qr-codes-durch-das-schaufenster-shoppen;79614;0

Financial Times Lexikon, (o.J.), Digital Marketing, abgerufen am 18.05.2013 von: http://lexicon.ft.com/Term?term=digital-marketing

Gabler Kompakt-Lexikon Marketing, (2008), S. 78., Digitales Marketing, Hrsg. Poth, L. G., Poth, G. S., Pradel, M., Verl. Gabler, Aufl. 3

Gabler Wirtschaftslexikon, (o.J.), Location-Based-Services, abgerufen am 09.07.2013 von: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/location-based-services.html

Ifun, (2013), Augmented Reality par excellence – die neue Audi R8 Broschüre, abgerufen am 09.07.2013 von: http://www.ifun.de/augmented-reality-par-excellence-die-neue-audi-r8-broschure-33923/

itwissen, (o.J.), Augmented Reality, abgerufen am 09.07.2013 von: http://www.itwissen.info/definition/lexikon/augmented-reality-AR-Erweiterte-Realitaet.html

Janssen, C., (2013), Digital Marketing, abgerufen am 14.07.2013 von Techopedia: http://www.techopedia.com/definition/27110/digital-marketing

Koch, T., (2012), S. 3ff., Media- und Marketingstrategien im digitalen Zeitalter – Trendinterviews mit Branchen-Experten aus Wissenschaft und Praxis, Hrsg. Anja Schüür-Langkau, Verl. Springer Gabler, Aufl. 2012

Lumen, (o.J.), abgerufen am 09.07.2013 von: http://www.lumen-wiesbaden.de/

Microsoft Advertising, (2013), Medienkonsum digitaler Medien, abgerufen am 18.05.2013 von: http://advertising.microsoft.com/deutschland/medienkonsum-digitaler-medien

Namics Weblog, (o.J.), Standortbezogen werben: Was bringen Location-Based-Services?, abgerufen am 09.07.2013 von: http://blog.namics.com/2012/04/standortbezogen-werben-was-bringen-location-based-services.html

Netzgemeinde, (o.J.), eWOM: Der Wert der Kundenempfehlung, abgerufen am 10.07.2013 von: http://netzgemeinschaft.wordpress.com/2011/02/02/ewom-der-wert-der-kundenempfehlung-part-i/

Schmidt, K., (2012), S. 2ff., Media- und Marketingstrategien im digitalen Zeitalter – Trendinterviews mit Branchen-Experten aus Wissenschaft und Praxis, Hrsg. Anja Schüür-Langkau, Verl. Springer Gabler, Aufl. 2012

Schobelt, F., (2011), BMW: Recruiting mit Augmented Reality, abgerufen am 09.07.2013 von: http://www.wuv.de/marketing/bmw_recruiting_mit_augmented_reality

Tomczak, Prof. Dr. T., (2012), S.54 ff.; Langner, Prof. Dr. T., (2012), S. 64 ff.; Meffert, Meffert, Prof. Dr. Dr. h. c. H., (2012), S.59 ff.; Perrey, Dr. J., (2012), S. 49 ff.; Morschett, Prof. Dr. D., (2012), S. 75 ff., Media- und Marketingstrategien im digitalen Zeitalter – Trendinterviews mit Branchen-Experten aus Wissenschaft und Praxis, Hrsg. Anja Schüür-Langkau, Verl. Springer Gabler, Aufl. 2012

Tommy Hilfiger, (o.J.), abgerufen am 10.07.2013 von: http://global.tommy.com/int/en/About/overview

TWT, (2012), Schaufenster-Shopping – Die nächste Generation, abgerufen am 09.07.2013 von: http://www.twt.de/news/blog/schaufenster-shopping-%E2%80%93-die-nachste-generation.html

 

 

 

 



[1] Gabler Kompakt-Lexikon Marketing, (2008), S. 78.; Financial Times Lexikon (o.J.).; Janssen, C., Techopedia (o.J.).

[2] Schmidt, K., (2012), S. 2ff..; Koch, T., (2012), S. 3ff..; Microsoft Advertising (2013).

[3] Financial Times Lexikon (o.J.).; Tomczak, Prof. Dr. T., (2012), S.54 ff.; Langner, Prof. Dr. T., (2012), S. 64 ff.; Meffert, Prof. Dr. Dr. h. c. H., (2012), S.59 ff.; Perrey, Dr. J., (2012), S. 49 ff.; Morschett, Prof. Dr. D., (2012), S. 75 ff..

[4] itwissen, (o.J.); Schobelt, F. (2011); Ifun (2013).

[5] Gabler Wirtschaftslexikon, (o.J.); Namics Weblog, (o.J.).

[6] Netzgemeinde, (o.J).

[7] TWT, (2012); Absatzwirtschaft, (2013).

[8] Tommy Hilfiger, (o.J.).

[9] Lumen, (o.J.).